Ghee

Ghee (“Gie” ausgesprochen) ist aus der ayurvedischen Küche und Therapie nicht wegzudenken.
Es ist sehr leicht verdaulich, senkt das LDL-Cholesterin und lässt sich gut auch zum Braten verwenden, da es relativ hoch erhitzbar ist, ohne giftige Nebensubstanzen zu bilden. Im Handel angebotenes Ghee enthält leider nicht selten Konservierungsstoffe, weshalb ich eine Eigenherstellung immer vorziehe. Die Herstellung von Ghee ist einfach und wenig aufwendig und für mich auch gleichzeitig Meditation während ich nebenher noch ein Mantra summe.
Ghee wertet alle Speisen auf.

Bitte Süssrahmbutter nehmen und bringe diese in einem Topf langsam zum Köcheln.
Ich nehme meistens 4-6 Butterpäckchen normaler Größe, damit habe ich einen guten Vorrat, welchen ich auch sehr gern verschenke.
Lass die Butter sanft köcheln, bis das Wasser vollkommen verdampft und das ausgefällte Eiweiß am Boden bräunlich abgesackt ist.
Zwischendurch den Schaum an der Oberfläche abschöpfen und entsorgen. Je behutsamer und präsenter du bei der Herstellung bist,  desto reiner dein Ghee. Nach dem Klären der Butter gießt du die goldene Flüssigkeit durch einen Filter (z.B. feines Teesieb) in deine feinen Gefäße (gut gereinigte Honig- oder Marmeladengläschen gehen ganz wunderbar).
Gut verschließen.
Ich stelle die verschlossenen Gläser für ein paar Minuten kopfüber auf den Deckel, denn dabei entsteht ein Vakuum und garantiert lange Haltbarkeit.

Am besten steht Ghee immer an einem Platz und gern lichtgeschützt.
Du kannst es auch in den Kühlschrank stellen.
Ghee ist sensibel, wie deine Seele und mag es nicht, ständig an einem anderen Ort zu verweilen.
Zum entnehmen nutze einen reinen Löffel oder Messer.

Ghee kannst du auch als Brotaufstrich verwenden. Dies gilt insbesondere für Menschen mit hohem LDL-Cholesterin.
Jedoch auch als Prophylaxe ist Ghee angezeigt,  da es reinigend, gewebeerhaltend und entgiftend wirkt und überhaupt vielfältig anwendbar.

In meiner Praxis nutze ich Ghee immer bei Padhabyanga Anwendungen. Welche Beschwerdebilder damit behandelt werden, findest du in meinem Artikel Padhabyanga.

Ebenso kann Ghee kann zum Beispiel auch als Nasenbalsam verwendet werden. Nimm ein wenig davon auf den kleinen Finger (nicht mit dem Finger ins Glas) und bringe es nacheinander in die Nasenlöcher. Erst gut in das eine einmassieren und dabei ein wenig nach oben ziehen, dann in das zweite. Es hält die Schleimhäute geschmeidig, reinigt sanft und schützt vor Virenangriffen. Besonders wohltuend nach der morgendlichen Nasendusche mit dem Neti (ayurvedischen Nasenkännchen).

Aus einem Kilo Butter lassen sich etwa 700g Ghee herstellen. Der Unterschied zum industriell hergestellten Butterreinfett ist, dass Ghee länger erhitzt wird und dabei das ausgefällte Eiweiß leicht zu bräunen beginnt, wodurch  der leicht nussige Geschmack entsteht.
100g Ghee enthalten 99,8g Butterfett, davon sind in ihm 29% einfach gesättigte und knapp 5% mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Vitamine A, D und E, Carotin und 100 mg Restwasser enthalten.

Ghee ist (sofern nach vorgegebener Weise hergestellt)  im Gegensatz zum industriell hergestellten Butterreinfett deutlich länger haltbar. In der ayurvedischen Medizin wird über mehrere Jahre gereiftes Ghee als besonders wirksam geschätzt. Mit warmem Ghee wird z.B. das heilende Augenbad (Netra Tarpana) durchgeführt. Mit dieser Anwendung können sogar Sehschwächen verbessert und Augenreizungen und -Entzündungen geheilt werden.

Ghee wirkt Arteriosklerose entgegen. Es hat entzündungshemmende Eigenschaften und wirkt allgemein gesundheitsfördernd.

Ganz viel Freude.
Deine An***